Quadrocopter

Unser Quadrocopter, umgangssprachlich auch als Drohne bezeichnet, ist ein UAV, ein sogenanntes "Unmanned Aerial Vehicle". Der Quadrocopter wurde im Januar 2017 durch den Landkreis Trier-Saarburg beschafft. Es ist ein Einsatzmittel der Technischen Einsatzleitung / Führungsgruppe Trier-Saarburg und derzeit auf dem MZF 1 TEL verlastet und in Schillingen stationiert. Das Trägersystem des Quadrocopter ist eine DJI Inspire 1 V2.0. Dieses wurde mit dem gesamten Zubehör über die Firma Albert Ziegler beschafft. Derzeit verfügt die Feuerwehr Schillingen über 6 ausgebildete Drohnenpiloten, die im Einsatzfall den Quadrocopter und sein Zubehör einsetzen können. Um die Drohne einsetzen zu können werden 2 ausgebildete Piloten und ein Fernmelder benötigt.

Koffer 1:     – Quadrocopter DJI Inspire 1 V2.0 mit 4k Kamera
      – Fernsteuerung 1 für Pilot
      – Fernsteuerung 2 für Kamera und HD Bild
      – iPad 128GB
      – 10 Akkus (ca. 18 min Flugzeit pro Akku)
      – Ladegerät für 4 Akkus
      – Ersatzteile und weiteres Zubehör
      – 4 Akkuwärmer
      – 12V Kühlbox
      – Wärmebildkamera

Der Quadrocopter kann mit einem Akku für ca. 18 Minuten eingesetzt werden, bis der Akku getauscht werden muss. Durch das Vorhandensein von mehr als 3 weiteren Akkus ist der erste Akku wieder einsatzbereit und voll geladen sobald 3 weitere aufgebraucht sind. So kann ein ununterbrochener Flugbetrieb ohne Wartezeit auf ladende Akkus garantiert werden. Der Pilot steuert den Copter über die erste Fernbedienung. Zusammen mit dem iPad hat der Pilot dann Zugriff auf alle Funktionen des Copters inklusive eines Livebildes der Kamera. Zum iPad gehören unter anderem auch ein Sonnen-Sichtschutz. Zudem verfügt jeder der Piloten über Sonnenschutzbrillen, um auch bei starkem Sonnenschein oder hellem Horizont den Copter effizient und fehlerfrei bedienen zu können. Die zweite Fernbedienung dient einmal als Rückfallebene und wird von dem zweiten Piloten ständig überwacht. Vorrangig genutzt wird sie jedoch um die Kamera zu steuern und das Livebild auf ein zusätzliches, im Lagezentrum / Stab befindliches, Display oder Beamer in FullHD übertragen. Durch die Akkuwärmer ist es problemlos möglich den Copter im Winter zu nutzen. Die Akkus können schon auf der Anfahrt zur Einsatzstelle aufgewärmt werden. So haben die Akkus direkt die optimale Temparatur, damit diese keinen Schaden davon tragen und der Copter maximal genutzt werden kann. Die Einsatzerfahrungen haben gezeigt, dass im Sommer die Akkus, gerade bei hoher Außentemparatur kaum Abkühlen. Dann ist ein Aufladen der Akkus nicht möglich. Resultierend aus diesen Erfahrungen wurde eine Kühlbox beschafft und weitere 6 Akkus.

Koffer 2:     – Full HD Fernseher
      – HDMI Kabel
      – Fahrzeughalterung für Fernseher
      – weiteres Zubehör

Als weiteres Material wird ein Full HD Fernseher mit Fahrzeughaloterung und Zubehör vorgehalten. Dieser dient dazu ein großes Livebild darzustellen. So können der Führungsstab und die Einsatzleitung sich ein Bild der aktuellen Einsatzlage machen. Der zweite Pilot kann hier mit der zweiten Fernsteuerung gezielt die Kamera steuern. Eine Liveanbindung zum Fernseher im ELW 2 ist problemlos möglich.

Einsatziele:

Eingesetzt werden kann die Drohne auf vielfältige Weise. Allen voran dient der Quadrocopter der Lageerkundung bzw. der luftbildgestützten Informationsbeschaffung. Eine Lageerkundung aus der Luft kann bei Verkehrsunfällen wie beispielsweise Massenkarambolagen, VU mit Chemikalien-Transporten, Bahnunfällen, Unfällen in unwegsamen Geländen oder auf Wasserstraßen hilfreiche Informationen bringen. Auch bei Brandeinsätzen kann eine Lageerkundung aus der Luft wichtige Informationen liefern. Beispielsweise bei großen Gebäuden wie Lagerhallen oder Firmen, aber auch bei Flächen- und Waldbränden, Bränden in unwegsamen Gelände sowie Gebäudebränden in enger Bebauung. Hilfreiche Informationen bringt die Drohne auch bei flächigen Ereignissen wie Hochwasser und Unwetter. Durch die Wärmebildkamera und weitere moderne Technik (z.B. Festlegung von Waypoints, selbstständiges Fliegen von Missionen, etc.) kann die Drohne auch bei Personensuchen eingesetzt werden, da sie systematisch GPS Koordniaten / GPS Quadrate abfliegen kann. Die Einsatzstellendokumentation stellt ein weiteres Ziel dar, dass mit Luftbildern der Drohne erreicht werden kann. So können Luftbilder und Videoaufnahmen mit Zeitstempel und GPS Koordniaten zur Dokumentation genutzt werden. Auch weitere Unterstützungsaufgaben kann der Quadrocopter während und nach des Einsatzes übernehmen. Je nach Lage und Aufgabe kann der Quadrocopter den Einsatzleiter/die Einsatzleitung, die TEL, die Wehrleiter, den S2, den Führungsstab, die Führungsstaffel und andere BoS bei seiner Arbeit unterstützen. Durch eine hervorragende Schulung unserer Piloten ist auch die Erkundung innerhalb von Gebäuden oder Hallen möglich. Hier kann mittels Wärmebildkamera nach Glutnestern gesucht werden oder die Statik überprüft werden.

Alarmierung

Generell kann der Quadrocopter Landkreis- und Landesübergreifend von jedem Einsatzleiter vor Ort über die Leitstelle in Trier alarmiert werden. Dabei empfehlen wir die Alarmierung über die Selektivschleife 840. Dabei wird neben der Drohne auch der ELW 2 alarmiert. Zwar verfügen wir über alle Mittel zum autarken Einsatz der Drohne, allerdings kann mit dem ELW 2 im Besprechungsraum das Livebild an einem großen Fernseher angeschaut werden. Je nach Wetterlage kann das Drohnenteam die Wettermarkise als Sonnenschutz nutzen oder den Besprechungsraum als Regenschutz. Gerade wenn die Drohne bei Personensuchen den Standort wechseln muss, können im ELW 2 die Akkus geladen werden. Dies hat den Vorteil, dass bei einem Standortwechsel Zeit gespart wird, da die Infrastruktur nicht abgebaut werden muss. Eine Alarmierung der Drohne ohne ELW 2 ist allerdings auch möglich. Nach Absprache mit der Leitstelle in Trier wird dann das entsprechende Selektiv ausgelöst. Bei einem Drohneneinsatz bedeutet die Alarmierung des ELW 2 nicht, dass die Einsatzleitung auf den Landkreis übergeht oder der ELW 2 Führungsunterstützung leistet. Bei einem Alarm fahren alle verfügbaren Drohnenpiloten des Landkreises Trier-Saarburg die Einsatzstelle an, zudem der Kreisfeuerwehrinspekteur. Bei einem Alarm rücken wir mit voller Ausrüstung des MZF TEl aus, darunter auch die Wärmebildkamera der Drohne.

Der Quadrocopter kann von JEDEM Einsatzleiter vor Ort Landkreisübergreifend angefordert werden!