Zurück zur Bürgerecke der Feuerwehr Schillingen

Informationen über das Haupteinsatzgebiet der FW Schillingen - die Unfallrettung:

Technische Hilfeleistung - THL - Unfallrettung

Allgemeines - Nr.1 - Was ist Technische Hilfeleistung?

Die Unfallrettung bezeichnet das Zusammenspiel der verschiedenen Rettungs-Disziplinen nach einem Verkehrsunfall. Die Technische Hilfeleistung - kurz TH oder THL - umfasst allerdings alle Einsatzarten, die sich nicht / nicht nur auf das Löschen und die Leistung notfallmedizinischer Hilfe beschränken. Die Unfallrettung als Teil der technischen Hilfeleistung wird oftmals der Feuerwehr zugeschrieben. Jedoch gehört dabei auch der Part des Rettungsdienstes dazu. Die Unfallrettung ist das Haupteinsatzgebiet der Feuerwehr Schillingen. Zu unseren Aufgaben gehören dabei das Absichern der Einsatzstellen und die Befreiung der verletzen und eingeklemmten Personen oder das Bergen der Toten aus dem Unfallfahrzeug. Der erwähnte Part des Rettungsdienstes ist es, den Patienten zu versorgen, stabilisieren und für den Transport in ein Krankenhaus vorzubereiten. Hierbei wird sich gegenseitig bestmöglich unterstützt und nur in enger Absprache das Vorgehen bei der Rettung geplant. Dadurch versuchen wir als Feuerwehr die notwendigen Arbeiten patientengerecht zu gestalten, um möglichst effektiv arbeiten zu können. Der Grundsatz bei der sogenannten patientenorientierten Rettung (teilweise auch patientengerechte Rettung) heißt daher: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. - Erfahre mehr...

Allgemeines - Nr.2 - patientenorientierte Rettung

Bei der patientenorientierten bzw. patientengerechten Rettung geht es darum, den Patienten schonend ohne Folgeschäden bzw. weiteren Schäden aus dem verunfallten Fahrzeug zu befreien. Hierfür ist eine genaue Absprache mit dem Rettungsdienst erforderlich, um den Patienten zwar so schnell wie möglich einer medizinischen Versorgung zuzuführen, aber gleichzeitig eine weitere Verletzung durch die Rettungsarbeiten zu vermeiden. Doch was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich patientenorientiert?

Patientenorientierte Rettung:

Die meisten verstehen unter einer patientengerechten Rettung, dass es darum dreht, den Patienten möglichst schonend und ohne große Bewegungen für die Wirbelsäule aus dem Fahrzeug zu befreien, um weitere Folgeschäden zu vermeiden. Dies ist nicht falsch und ist in den meisten Fällen auch eine zutreffende Strategie, spiegelt aber die patientenorientierte Rettung nicht korrekt dar! Es geht vor allem darum, die Rettungsmaßnahmen so zu gestalten, dass sie dem Gesundheitszustand des Patienten gerecht werden. Daraus folgt nicht zwangsläufig eine langwierige und schonende Rettung. Wenn die Situation es veranlasst - drohender Herzstillstand, starke unkontrollierte Blutungen, usw. - wird auch eine etwas rauere Rettung dem Zustand des Verletzten gerecht. Das heißt in gewissen Situationen ist eine Crash-Rettung patientenorientiert, auch wenn dadurch weitere Schäden am Patienten entstehen! Denn es ist in solchen Fällen patientenorientierter durch eine Crash-Rettung das Risiko von Folgeschäden in Kauf zu nehmen, als durch eine lang andauernde schonende Rettung eventuell zu viel Zeit verstreichen zu lassen, sodass der Patient den zu schweren Verletzungen erliegt.

Es sollte also klar sein, dass es bei der patientengerechten oder patientenorientierten Rettung keineswegs darum geht, den Verletzten möglichst schonend zu befreien und dafür das komplette Fahrzeug zu zerlegen. Damit ist lediglich gemeint, dass die Rettungsarbeiten dem Gesundheitszustand des Patienten angepasst werden, um ihm eine bestmögliche Chance auf eine vollständige Genesung zu sichern.

LF

Allgemeines - Nr. 3 - Die 3 Säulen der Rettung

Bei Verkehrunfällen gibt es ein großes Problem, denn jeder Unfall ist anders. Somit bringt jede Einsatzstelle unterscheidliche Gegebenheiten mit sich. Deshalb müssen die Rettungsmaßnahmen bei jedem Einsatz individuell und müssen dem Patienten angepasst werden. Eine pateientenorientierte Rettungs ist komplett auf den Zustand des Pateienten ausgerichtet folgt aber den 3 Säulen der Rettung.

LF

Die 3 Säulen:

LF

Allgemeines - Nr. 4 - Schnellere Rettung durch paralleles Arbeiten

Man kennt es vom Boxenstopp der Formel 1: Alles geht so unglaublich schnell und jeder fragt sich wie das sein kann. Dabei ist es ganz einfach, die Schnelligkeit kommt aus parallelen Arbeitsschritten, kombiniert mit vielen helfenden Kräften, die genau wissen was ihre Arbeitsschritte sind. Das sollte auch ein Ziel bei der Unfallrettung sein, um eine möglichst schnelle und effektive Rettung abzuliefern. Je mehr Arbeitsschritte zeitgleich ablaufen, desto kürzer fällt auch die gesamte Zeit bis zur Befreiung des Patienten aus.

Einsatzablauf:

paralleles Arbeiten

Sicherung:

Zu allererst muss natürlich für eine ausreichende Sicherung der Einsatzstelle gesorgt werden. Darunter fallen unter anderem und je nach Lage die Verkehrsabsicherung, Ausleuchtung, Brandschutz und die Sicherung gegen alle sonstigen Gefahren an der Einsatzstelle. Später kommen Sicherungen gegen spitze Kanten, Glassplitter und die durch die Rettung entstandene Gefahren hinzu.

Lageerkundung und Bereitstellung:

Noch während die Sicherung läuft kann bei ausreichender Anzahl an Einsatzkräften direkt mit den weiteren Arbeiten begonnen werden. Damit der Einsatzleiter genug ruhe und Zeit für eine Lageerkundung hat, kann die restliche Mannschaft in der Zwischenzeit den Bereitstellungsplatz mit allen notwendigen Geräten aufbauen.

Stabilisierung und Glasmanagement:

Sobald die Lageerkundung abgeschlossen ist und der Rettungsweg und die Rettungstechnik feststeht kann entsprechend die Sicherung und Stabilisierung des Fahrzeuges an den richtigen Stellen eingeleitet werden. Gleichzeitig kann aber auch mit dem Glasmanagement begonnen werden.

Erstöffnung und Patientenbetreuung:

Auch hier gibt es wieder einen flüssigen Übergang. Sobald der erste Zugang zum Patienten durch eine herausgenommene Scheibe möglich ist beginnt natürlich die direkte Betreuung und Versorgung des Patienten. Ist das Fahrzeug soweit unterbaut, dass Bewegungen verhindert sind, kann auch bereits ein innerer Retter in das Fahrzeug einsteigen. Auch dann wenn das Fahrzeug noch nicht komplett stabilisiert ist. Gleiches gilt für die ersten Arbeiten mit dem hydraulischen Rettungsgerät.

Versorgungs- und Befreiungsöffnung:

Während der eigentlichen technischen Rettung ist es natürlich eher schwer parallel zu arbeiten. Trotzdem kann auch hier sehr viel Zeit gespart werden. Wird bspw. gerade die Tür aufgespreizt kann schon einmal das danach benötigte Gerät bereit gehalten werden damit es ohne Unterbrechung weiter geht.

Rettung:

Auch bei der Rettung aus dem Fahrzeug gibt es nicht viel was wirklich parallel laufen kann. Allerdings konnte die Rettungszeit nun deutlich verkürzt werden